Unsere Tänze
Drei Tänze, drei Geschichten — woher die kubanische Salsa, die Bachata und die Kizomba kommen.
Kuba — 1950er – 1970er Jahre
Salsa
Die kubanische Salsa hat ihre Wurzeln im kubanischen Son, vermischt mit Mambo, Cha-Cha-Chá und den afrokubanischen Rhythmen der Rumba. Das Wort « Salsa » selbst wurde in den 1970er-Jahren in New York populär, wo die Latino-Gemeinschaften diese kubanischen Stile mit Jazz und anderen karibischen Einflüssen verschmolzen, insbesondere rund um das Label Fania Records.
Was wir unterrichten, ist genauer gesagt das « Casino »: ein Paartanz, der in den 1950er-Jahren in den Sozialclubs von Havanna (wie dem Casino Deportivo) entstand und oft im Kreis getanzt wird — die Rueda de Casino —, bei der die Figuren durch Ansagen und Antworten aneinandergereiht werden. Anders als die « Line »-Salsa (Stile aus LA oder New York) wird die kubanische Salsa im Kreis getanzt, mit einer Körperarbeit, die den afrokubanischen Wurzeln näher steht, und viel Raum für Improvisation.
Dominikanische Republik — 1960er Jahre – heute
Bachata
Die Bachata entstand Mitte des 20. Jahrhunderts auf dem Land und in den Arbeitervierteln der Dominikanischen Republik und schöpft aus dem Bolero, dem kubanischen Son und den Gitarrentraditionen der Karibik. Lange als « música de amargue » (Musik der Bitterkeit) verspottet, wurde sie jahrzehntelang von den dominikanischen Eliten verachtet, bevor sie sich in den 1980er- und 90er-Jahren dank Künstlern wie Luis Vargas oder Antony Santos einen Namen machte und schliesslich mit Juan Luis Guerra und Aventura internationale Anerkennung fand.
Der traditionelle Tanz wird in enger Paarhaltung getanzt, mit einem seitlichen Grundschritt und einer leichten Hüftbewegung, die auf dem vierten Schlag durch einen charakteristischen « Pop » betont wird. Seit den 2000er-Jahren hat die sogenannte « sensuelle » oder « moderna » Bachata fliessendere Bewegungen und vom Gesellschaftstanz inspirierte Hebefiguren eingeführt, die vor allem in Europa populär wurden.
Angola — 1980er Jahre – heute
Kizomba
Die Kizomba (« Fest » auf Kimbundu) entstand in den 1980er-Jahren in Angola, indem der Semba — der traditionelle angolanische Paartanz, selbst ein Vorfahre der brasilianischen Samba — im Kontakt mit dem Zouk, jenem auf den französischen Antillen entstandenen Genre, verlangsamt und geschmeidiger gemacht wurde. Das Ergebnis ist ein Tanz, der langsamer und ruhiger ist als der Semba, in enger Haltung getanzt, bei dem Verbindung und Gewichtsverlagerungen wichtiger sind als spektakuläre Figuren.
Seit den 2010er-Jahren haben sich abgeleitete Stile wie die « urbane Kizomba » oder die « Kizomba Fusion » in Europa weit verbreitet, getragen vor allem von den kapverdischen Gemeinschaften Portugals — nicht ohne Debatten unter Puristen auszulösen, die diese Entwicklungen von der traditionellen angolanischen Kizomba abgrenzen möchten.